Wie entwickelt sich das Leben in der Bochumer Innenstadt?
Wie entwickelt sich das Leben in der Bochumer Innenstadt? Mit der Passantenfrequenzmessung schaffen die Smart City Innovation Unit und die Bochum Wirtschaftsentwicklung eine verlässliche Datengrundlage, um Besucherströme besser zu verstehen und die Innenstadt gezielt weiterzuentwickeln.
Wo sind besonders viele Menschen unterwegs? Wie verändern sich Besucherströme im Laufe des Tages, der Woche oder des Jahres? Und was passiert, wenn eine Veranstaltung stattfindet, eine Baustelle eingerichtet wird oder ein neues Angebot entsteht?
Um solche Entwicklungen besser zu verstehen, bauen die Smart City Innovation Unit und die Bochum Wirtschaftsentwicklung die Passantenfrequenzmessung in der Bochumer Innenstadt weiter aus.
An verschiedenen Standorten wird erfasst, wie stark Straßen und Plätze genutzt werden. So entsteht Schritt für Schritt ein besseres Bild davon, wie sich das Leben in der Innenstadt entwickelt – und eine verlässliche Grundlage, um sie gemeinsam weiterzuentwickeln.
Die Innenstadt besser verstehen
- Eine lebendige Innenstadt verändert sich ständig. Veranstaltungen bringen Menschen zusammen, neue Geschäfte und gastronomische Angebote entstehen, Baustellen verändern gewohnte Wege und auch Jahreszeiten oder Wochentage haben Einfluss darauf, wie viele Menschen unterwegs sind.
- Bislang lassen sich solche Veränderungen häufig nur punktuell beobachten. Die Passantenfrequenzmessung ermöglicht es, Entwicklungen über längere Zeiträume sichtbar und miteinander vergleichbar zu machen.
- Bereits heute liefern drei Standorte in der Bochumer Innenstadt erste Messdaten. Im zweiten Halbjahr 2026 sollen vier weitere Standorte hinzukommen. So entsteht nach und nach ein umfassenderes Bild der Besucherströme in der Innenstadt.
Was bringt die Passantenfrequenzmessung?
Von einem besseren Verständnis der Innenstadt profitieren unterschiedliche Akteur*innen:
- Für Bochumerinnen und Besucherinnen: Öffentliche Räume, Wege und Aufenthaltsorte können gezielter weiterentwickelt werden.
- Für Handel und Gastronomie: Entwicklungen der Besucherfrequenz werden nachvollziehbarer. Auch die Wirkung von Veranstaltungen oder neuen Angeboten lässt sich besser einschätzen.
- Für die Stadtentwicklung: Maßnahmen können auf einer verlässlicheren Grundlage geplant und ihre Wirkung anschließend bewertet werden.
- Für Eigentümer*innen und Investoren: Die Daten liefern zusätzliche Informationen über die Entwicklung und Attraktivität verschiedener Standorte.
- Für Veranstalter*innen: Es wird besser sichtbar, welchen Einfluss Veranstaltungen auf die Besucherfrequenz in der Innenstadt haben.
- So entsteht eine gemeinsame Datengrundlage, die dabei hilft, Entwicklungen nicht nur subjektiv wahrzunehmen, sondern langfristig nachvollziehen zu können.
Wie funktioniert die Messung?
Zum Einsatz kommen moderne 3D-LiDAR-Sensoren. Sie können Bewegungen im öffentlichen Raum erfassen und beispielsweise zwischen Passant*innen, Radfahrenden und Fahrzeugen unterscheiden.
Dabei geht es ausschließlich darum, wie viele Menschen unterwegs sind und wie sich die Frequenz an einem Standort entwickelt.
Personen können weder identifiziert noch verfolgt werden. Es werden keine Bildaufnahmen gespeichert und keine personenbezogenen Daten verarbeitet.
Von einzelnen Messpunkten zum Gesamtbild
Drei Standorte in der Bochumer Innenstadt sind bereits mit entsprechender Sensorik ausgestattet. Vier weitere sollen im zweiten Halbjahr 2026 folgen.
Mit jedem zusätzlichen Messpunkt wird das Bild genauer. Gleichzeitig werden die Daten besonders interessant, wenn sie über einen längeren Zeitraum betrachtet werden: Wie unterscheiden sich Werktage und Wochenenden? Welche Veränderungen gibt es im Jahresverlauf? Was passiert während größerer Veranstaltungen? Und welchen Einfluss haben Veränderungen im Stadtraum?
Die Messungen sollen dabei nicht für sich alleinstehen. Sie liefern eine zusätzliche Grundlage, um Entwicklungen einzuordnen und gemeinsam bessere Entscheidungen für die Innenstadt zu treffen.
Daten für eine lebendige Innenstadt
Technologie ist für uns kein Selbstzweck. Entscheidend ist, welchen Nutzen sie für Bochum und die Menschen in unserer Stadt schafft.
Mit der Passantenfrequenzmessung wollen die Smart City Innovation Unit und die Bochum Wirtschaftsentwicklung deshalb ein besseres Verständnis dafür schaffen, wie die Bochumer Innenstadt tatsächlich genutzt wird und wie sie sich verändert.
Die gewonnenen Erkenntnisse können dabei helfen, Maßnahmen gezielter zu planen, ihre Wirkung zu überprüfen und die Innenstadt langfristig als attraktiven Ort zum Einkaufen, Arbeiten, Begegnen und Verweilen weiterzuentwickeln.
Bochum entwickelt die Innenstadt datenbasiert weiter
- Die Passantenfrequenzmessung ist ein Projekt der Smart City Innovation Unit Bochum in Zusammenarbeit mit der Bochum Wirtschaftsentwicklung. Sie ist Teil unseres Ansatzes, Daten und digitale Technologien dort einzusetzen, wo sie einen konkreten Mehrwert für die Stadtentwicklung schaffen. So können Veränderungen sichtbar gemacht und Entscheidungen auf eine bessere Grundlage gestellt werden. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen sowie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) im Rahmen des Programms „Modellprojekte Smart Cities“ gefördert.